hier möchte ich in einzelnen Schritten erklären, wie man ein kampftaugliches
Schild baut. Auch dies soll möglichst kostengünstig, aber auf jeden Fall auch robust werden.

Als erstes wurden im Baumarkt 3 Sperrholzplatten (5mm) besorgt, jede
ca. 95x75cm groß. In diesem Fall ist es Pappelsperrholz. Etwas widerstandsfähiger
dürfte wohl Buchensperrholz sein.

 

 

 





Die drei Platten werden mit handelsüblichem Holzleim
 (Weißleim) verleimt. Nur die unterste und die mittlere Platte
wird einseitig mit Leim bestrichen (am besten mit einer Leimspachtel). Es ist drauf
zu achten, dass der Leim kein "schnell bindender" Leim ist, denn sonst trocknet
er schneller,als man die Platten in die gewünschte Form bringen kann.
Dies geschieht mit Spanngurten und je nachdem, wie sehr man die Gurte strafft,
um so stärker wird die Biegung. Die Ränder werden mit Schraub- oder
Klemmzwingen gepresst. Zwischen Zwingen und Sperrholz gelegte Leisten
verhindern spätere Abdrücke im Holz.
 

 

 





Nach einer angemessenen Trockenzeit von etwa 2 Tagen kann man die Zwingen
 und Gurte lösen. In der Zwischenzeit wurde auf Papier eine Schablone der
 eigentlichen Schildform gemalt und ausgeschnitten. Um eine symmetrische
Form zu erhalten, wird das Papier längs in der Mitte gefaltet und eigentlich nur
ein halbes Schild aufgemalt. Dann das gefaltete Papier ausgeschnitten und
aufgeklappt. Die fertige Schildform wird nun auf das Sperrholz übertragen
und mit der Stichsäge ausgeschnitten, die Schnittkanten anschließend mit
einem Hobel oder groben Schleifpapier bearbeitet, um leichte Unebenheiten
vom Schneiden zu begradigen.

 








Nun folgt der Überzug des Schildrohlings. Die Wahl stand zwischen Rohhaut
oder Leinen. Bei diesem Schild sollte die Variante mit Leinen probiert werden.
Dazu habe ich normalen Leinenstoff besorgt und im Fachhandel ein paar Platten Knochenleim. Den gibt es auch als Granulat. Die Knochenleim-Platten sind sehr fest
und um sie zu zerkleinern nimmt man entweder eine gute Zange, eine
Blechschere oder noch besser, man packt sie in eine alte Leinentasche
 und zerschlägt sie mit einem Hammer in kleine Stückchen.










Anschließend werden diese in ein Glas gegeben und dies mit Wasser aufgefüllt,
 bis der Leim komplett bedeckt ist. Anschließend das Glas in einem Topf, ebenfalls mit Wasser gefüllt erhitzen, jedoch nicht kochen. Das sollte auf jeden Fall
im Freien gemacht werden, denn der dabei entstehende
Geruch ist nicht gerade angenehm.
 


 

 

 

 




 

Unter öfterem Umrühren entsteht nach ca. 2 Stunden ein gebrauchsfähiger Leim. Der sollte nicht zu dick und auch nicht zu dünn sein. Am besten, so flüssig wie Dispersionsfarbe.

Als erstes wird die Schildinnenseite mit dem Leim eingestrichen, das Leinen
aufgelegt und mit den Händen oder einer Kunststoff-Spachtel auf dem Schild
knitterfrei angedrückt. Dann mit dem Leim das Leinen nochmals bestreichen,
um eine höhere Festigkeit zu erlangen.

 

 

 

 





Im nächsten Schritt, nach der Trocknung des Leimes erfolgt das Anbringen des Armpolsters. Es besteht aus alten Stoffresten, die als Polsterung dienen und
einem Stück Leder als Überzug.Die Größe habe ich frei gewählt. Für die Hand- und Armriemen verwende ich 3mm dickes Leder. Beides, das Armpolster und die
Riemen werden mit handgeschmiedeten Nägeln von der Schildinnenseite her
aufgenagelt. Die Nägel sind ca. 15mmlänger, als das Schild dick ist. Die durch
das Schild gedrungenen Spitzen werden mit einer Zange umgebogen und in die Schildaußenseite geschlagen, so dass sie bündig mit dem Sperrholz sind.

 

 

 





Dann erfolgt das Aufbringen des Leinens auf die Außenseite
des Schildes. Dies geschieht auf die gleiche Weise. Also einstreichen des Sperrholzes, auflegen und glatt streichen des Leinens, sowie erneutes Auftragen des
Knochenleimes auf das Leinen. Bei diesem Schild habe ich außen zwei Lagen
Leinen aufgebracht. Also wird die Vorgehensweise nach
Trocknung der ersten Schicht einfach wiederholt.

 



 

 

 





Ist der Leim gut                                     durchgetrocknet, geht es
an die Schildrandverstärkung. Sie besteht aus Rohhautstreifen, die aus
Hundeknochen gefertigt ist. Die Hundeknochen wurden in einem Eimer Wasser aufgeweicht, die Knoten an den Enden gelöst und die Rohhaut in ca. 6cm breite
 Streifen geschnitten.Mit Hilfe von Klemmzwingen und kleinen Nägeln wird sie am
Rand des Schildes fixiert. Es ist dabei zu beachten, dass die Streifen gut überlappen,
 wenn sie in der Länge
zusammengesetzt werden müssen, denn während der Trocknungszeit zieht sich die Rohhaut zusammen und wird dadurch kürzer. Glatte Beilagen zu den
 Klemmzwingen verhindern spätere Abdrücke.

 

 




 


Auch hier empfiehlt sich eine angemessene Trockungszeit
(ca. 1-2 Tage). Anschließend werden die Klemmzwingen
und die Nägel wieder entfernt. Bevor die
Schildrandverstärkung endgültig befestigt wird, wurden
sie wieder abgenommen, um das Schild zu bemalen.

 

 

 





 

Die Bemalung erfolgte mit seidenmatter, wasserverdünnbarer Acrylfarbe.
Sie ist elastisch und wird auch mit der Zeit nicht brüchig. Nach einer Trocknungszeit
von einem Tag wurde die Schildrandverstärkung wieder aufgesteckt und die dafür vorgesehenen, handgeschmiedeten Nägel (auch wieder
ca. 15mm länger, als die Schilddicke) in den gewünschten Abständen (ca. 7cm)
angesetzt. Anschließend werden sie durch das Schild getrieben und auf der
 Rückseite genauso wie bei den Armriemen verklopft.

 

 



 

Damit wäre das Schild nun fertig. Ob es Schwerthiebe aushält
wird sich zeigen und die Erfahrungen damit werden hier noch mitgeteilt.

 

 



 

Viel Spaß beim bauen !

 






Da ich im Juni 2005 an einer etwas aus dem Rahmen fallenden Schlacht teilnehmen werde, wurde noch ein Schild in eineretwas größeren Form
(Normannenschild um 1100 - 1150)
gebaut. Die Gründe hierfür sind, dass es zu schade wäre, das Schild
zusammenschlagen zu lassen und weil, durch die Größe bedingt, ein besserer
Schutz gegen die eingesetzten Brandpfeile besteht. Dass es dabei in seiner
Form und Größe aus dem Zeitrahmen fällt, den ich versuche darzustellen,
ist mir bewusst, aber aus angeführten Gründen
auch völlig egal !

  





 

es besteht aus 3 Lagen Buchensperrholz, bezogen mit
 Leinen und dünner Rohhaut als Kantenschutz. Mal sehen,
wie es am Ende der Saison aussieht, falls es dann noch existiert........

 

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